05.07.2026
Kreta, ein Kontinent auf einer Insel
4-teilige Reise
Komm auch du mit und begleite uns für einen Augenblick in den mittleren Westen Kretas – in eine Welt zwischen den Zeilen, zwischen tausend und einer Nuance von Grün, zwischen Berg und Meer. Spüre die warme Sonne auf deiner Haut, höre das leise Murmeln der Quellen, den Wind in den Olivenbäumen und das ferne Läuten der Schafglocken.
Hier, im mittleren Westen der Insel, erzählt jede Landschaft ihre ganz eigene Geschichte. Das Licht fällt weicher, uralte Orte schlummern im Herzen der Berge, und flaschengrüne Wasserläufe durchziehen die hügelige Landschaft. Diese wirkt wie von einem großzügigen Schöpfer erschaffen – in ausladenden Zügen, Pinselstrich um Pinselstrich gemalt.
Zwischen den majestätisch aufragenden Gipfeln des Ida-Gebirges, den wasserreichen Tälern des Mylopotamos und den verträumten Dörfern rund um Rethymno begegnet uns eine stille, weichere Seite Kretas. Hier verschmelzen Landschaft, Licht und Farben zu einem harmonischen Ganzen, als hätte eine unsichtbare Hand alles mit Bedacht aufeinander abgestimmt.
Wir tauchen dort ein, wo sich alles auf natürliche Weise miteinander verbindet – Flächen, Formen und Farben: das silberne Schimmern der Olivenhaine, das leuchtende Blau des Himmels, das satte Grün der Täler, durchzogen von sprudelnden Quellen, üppigen Weinbergen und wohltuender Stille. Vor unseren Augen verschmelzen mythische Orte mit der Weisheit ländlicher Lebenskunst, versteckte Klöster begegnen weltlichem, erdverbundenem Kunsthandwerk.
Wir lassen uns treiben im Fluss durch Raum und Zeit und folgen dem Duft der Kräuter, dem Ruf der Vögel und dem Rhythmus der Insel.
Wir erkunden den mittleren Westen Kretas sternförmig von zwei Standorten aus, die sich auf wunderbare Weise ergänzen.
Rethymno
In der ersten Woche sind wir im Forest Park Hotel zu Gast, das etwas oberhalb der Altstadt von Rethymno liegt und an einen kleinen Pinienwald grenzt. Von hier aus ist die historische Altstadt mit ihrem venezianischen Hafen und den verwinkelten Gassen in wenigen Minuten erreichbar. Das Hotel verbindet für uns auf einzigartige Weise die Nähe zur Stadt mit dem Gefühl, mitten im Grünen zu wohnen – eine Oase hoch über den Dächern von Rethymno.
Von den weitläufigen Terrassen eröffnet sich uns ein weiter Blick über das Kretische Meer, während das frische Grün des Waldes den Ort zu einem idealen Rückzugsraum nach den vielfältigen Eindrücken unserer Ausflüge macht. Während unserer Erkundungen im mittleren Westen Kretas lassen wir uns entweder am hoteleigenen Buffet oder unterwegs in ausgewählten Tavernen kulinarisch verwöhnen und kosten die Vielfalt der kretischen Küche.
Polyrizos
In der zweiten Woche wohnen wir im familiengeführten Polyrizos Hotel. Das charmante Refugium liegt terrassenförmig in traumhafter, ruhiger Lage oberhalb der Polyrizos-Bucht mit Blick auf das Libysche Meer. Eingebettet in Olivenhaine und umgeben von kleinen Badebuchten offenbart sich uns hier eine stille, fast unberührte Seite Kretas. Nur wenige Schritte führen hinunter zum Meer, wo die Zeit im Mai noch in gemächlichem Rhythmus fließt.
Wir genießen die familiäre Herzlichkeit der Familie Stavrianoudakis, der Brüder Markos und Nikos sowie ihrer beiden Frauen Albina und Maria, unter deren aufmerksamer und liebevoller Führung kretische Gastfreundschaft ihre schönste Blüte entfaltet. In der hoteleigenen Taverne kommen wir allabendlich in den Genuss eines abwechslungsreichen gemeinsamen Mahls traditionell kretischer Art – stets frisch und mit viel Liebe zubereitet.
Unser Reiseprogramm
Rethymno: Ein kunterbuntes Mosaik der Kulturen
Zum Auftakt unserer Reise führt uns der Weg zum Venezianischen Hafen und in die fußläufig erreichbare Altstadt von Rethymno, die uns mit ihrer Mischung aus venezianischer Eleganz und osmanischem Charme empfängt. Zwischen Minaretten und Kuppeln, Holzerkern und steinernen Portalen entsteht vor unseren Augen ein vielschichtiges Bild der Kulturen. In den engen Gassen spüren wir – einer Zeitreise gleich – den Atem vergangener Jahrhunderte und lassen uns von der lebendigen Geschäftigkeit treiben.
Im Stadtgarten treffen wir auf Dionysis, unter dessen kundiger Führung die Stadt ihre ganze Dimension entfaltet. Mit großer Kenntnis und spürbarer Leidenschaft öffnet er uns nicht nur den Zugang zur Geschichte Rethymnos, sondern auch zu den Schätzen des kleinen Archäologischen Museums. Als stille Zeugen vergangener Epochen erzählen sie von den Geschichten und Schicksalen dieser Stadt. So wird unser Rundgang zu einer eindrucksvollen Reise durch Jahrtausende.
Am Nachmittag finden wir uns bei Katerina und Nektarios in der „Küche der Entgleisung“ wieder und tauchen in die kreative kretische Küche ein – ein genussvoller Ausklang, bei dem wir die Eindrücke des Tages noch einmal miteinander teilen.
Paradiesische Ruhestätte & Garten Eden
An einem Montag machen wir uns auf den Weg und finden uns schon nach kurzer Fahrt in einem stillen Wald aus urwüchsigen Kermeseichen wieder – in der spätminoischen Nekropole von Armeni, unweit von Rethymno, einem Ort, an dem sich Geschichte und Natur auf besondere Weise verbinden. Über zweihundert in den Fels geschlagene Kammergräber erlauben uns einen Einblick in die Ruhestätten der Minoer. Beim Wandeln durch das weitläufige Areal begleiten uns der Duft der Ewigkeit, das Spiel von Licht und Schatten sowie eine überraschende Vielfalt endemischer Pflanzen. Hier öffnet sich uns nicht nur ein Fenster zur spirituellen Dimension der Minoer, deren Bestattungsriten von einer tiefen Verbindung zwischen Leben, Tod und Ewigkeit zeugen, sondern zugleich zur lebendigen Schönheit der kretischen Landschaft. Die Funde aus dem Museum von Rethymno bekommen hier eine neue Tiefe. Wir knüpfen an das Gesehene an und erleben hautnah jenen Ort, an dem sie einst geborgen wurden.
Unsere Reise führt uns weiter in die charmante Gartenstadt Spili, idyllisch gelegen inmitten üppiger Natur zwischen Platanen, Zypressen und Kastanienhainen. Der venezianische Löwenbrunnen im Ortszentrum bildet das Herzstück des Ortes: Aus 25 steinernen Löwenköpfen sprudelt frisches, kühles Quellwasser – ein belebender Zwischenstopp an diesem besonderen Tag.
Am Nachmittag besuchen wir schließlich das Weingut Kourkoulou, ein junges, familiengeführtes Weingut am Rande des Amari-Beckens. Obwohl es erst vor wenigen Jahren gegründet wurde, knüpft es mit großer Leidenschaft an die Liebe des Vaters zum Weinbau an und damit an uralte kretische Traditionen. Bei einer persönlichen Führung gibt uns Nikos einen Einblick in die Arbeit der Familie Kourkoulou und nimmt uns mit in die Welt der rethymniotischen Rebsorten und Anbaumethoden.
In entspannter Atmosphäre begleiten uns fünf ausgewählte Weine durch den Nachittag und entfalten während des gemeinsamen Mahls ihre ganze Vielfalt – jeder von ihnen ein Ausdruck des Terroirs dieser Region. An einer langen Festtafel, umgeben von der Natur des Weinguts, genießen wir die traditionelle kretische Küche und lassen uns Zeit für Austausch und Genuss. Die Gastgeberin Xenia und ihre Familie teilen dabei offen ihr Wissen und ihre Begeisterung für den Weinbau. So entsteht ein Erlebnis, das die kretische Gastfreundschaft ebenso spürbar macht wie die tiefe Verbundenheit der Menschen mit ihrer Natur.
Gemeinsam mit Dionysis erkunden wir tags darauf seine Heimat: das fruchtbare Amari-Becken, eine der schönsten und fruchtbarsten Landschaften der Insel. Das langgestreckte Tal am Westhang des Ida-Gebirges spielt als bedeutende Nord-Süd-Verbindung seit jeher eine wichtige Rolle und bietet atemberaubende Ausblicke, gesäumt von Olivenhainen, Obstplantagen und einer Reihe malerischer Dörfer. Auf einer Höhe zwischen 400 und 500 Metern über dem Meer gelegen, eröffnet sich nach Osten der Blick auf den majestätischen Psiloritis und nach Westen auf den markanten Kedros.
Unterwegs besuchen wir das Kloster Asomaton, eine stille Oase der Besinnung, die mit ihrer behutsam restaurierten Architektur, der historischen Platane, dem Kräutergarten und der wunderschönen Erzengel-Kirche eine besondere Verbindung von Spiritualität und Landschaft vermittelt. Wir lauschen den kenntnisreichen Ausführungen Dionysis', besteigen den Kirchturm von Amari, wandeln durch die stillen Gassen von Meronas und statten schließlich in Thronos der Mutter-Gottes-Kirche mit ihren beeindruckenden Fresken einen Besuch ab.
Der abschließende Besuch des Klosters Arkadi fügt sich dabei fast selbstverständlich in diese Landschaft ein: Geschichte, Natur und die Erfahrung von Freiheit sind hier eng miteinander verwoben und prägen diesen Ort bis heute.
Das Kloster Arkadi zählt zu den bedeutendsten Bauwerken Kretas und gilt den Kretern als Symbol ihres Freiheitswillens. Seine bewegte Geschichte, die eindrucksvolle Architektur und die besondere Atmosphäre machen den Besuch – begleitet von Dionysis – zu einem nachhaltig berührenden Erlebnis.
Heute brechen wir zu den Nordwesthängen des mächtigen Ida-Gebirges auf. Hier liegt das antike Eleftherna, eine der bedeutendsten Ausgrabungsstätten Kretas. Noch heute scheint ein Wind über die Hügel zu streichen, der das Geflüster vergangener Zeiten mit sich trägt. Von den Minoern gegründet und in dorischer Zeit zu voller Blüte gelangt, eröffnet uns die Ausgrabungsstätte gemeinsam mit dem angrenzenden Museum ein faszinierendes Panorama kretischer Geschichte, das unter Dionysis' fachkundiger und lebendiger Darstellung erneut in greifbare Nähe rückt.
Nur wenige Kilometer weiter finden wir uns im Töpferdorf Margarites wieder, der lebendigen Fortsetzung dieser Vergangenheit. Schon in minoischer Zeit entstehen hier in großen Brennöfen die gewaltigen Pithoi, die in Städten wie Eleftherna zur Aufbewahrung von Öl, Getreide und Wein dienen. Heute knüpfen die Töpfer von Margarites an diese jahrtausendealte Tradition an – nicht mehr mit monumentalen Vorratsgefäßen, sondern mit kunstvoller Gebrauchskeramik, die den Alltag verschönert und zugleich das Erbe einer großen Kultur bewahrt. So verweben sich in dieser Gegend Geschichte und Gegenwart: Eleftherna erzählt von einer glanzvollen Vergangenheit, während Margarites das alte Handwerk bis heute lebendig hält.
Nach einem kurzen Besuch bei Daniel, der uns seine getöpferten Klangobjekte vorführt, bleibt uns Zeit, den Ort in aller Ruhe zu entdecken – beim Bummeln durch die engen Gassen, beim Besuch einer Werkstatt oder beim Verweilen in einem der kleinen Cafés. Margarites schenkt uns die Gelegenheit, das traditionelle Handwerk, die herzliche Gastfreundschaft und die besondere Atmosphäre des Dorfes unmittelbar auf uns wirken zu lassen.
Im Anschluss besuchen wir Paraskevi und Manolis in ihrer Seifenwerkstatt „Athos Workshop“ in Angeliana. Die beiden heißen uns herzlich willkommen und zeigen, wie aus kretischem Bio-Olivenöl nach traditioneller, schonender Rezeptur natürliche Seifen entstehen. Ein inspirierendes Erlebnis voller Düfte, Handwerkskunst und gelebter Nachhaltigkeit.
Den Ausklang findet dieser erlebnisreiche Tag bei einem gemeinsamen Essen im traditionellen Kafenion von Valia und Giorgos in Archaia Eleftherna.
Unser Weg führt uns heute in das Herz der kretischen Berge zum größten Bergdorf Kretas, nach Anogia – einem Ort mit tiefer historischer Verwurzelung und lebendiger Tradition. Hier spürt man den Puls der Insel, wo in den Gassen und Häusern Musik, Handwerk und Gastfreundschaft seit Generationen weiterleben.
Unser erster Stopp gilt dem „Topos Tou Voskou“. Hier werden wir von Andriana und Nikos empfangen, die uns in die traditionelle Behausungen der Hirten, die Mitata, mitnehmen. Dort entdecken wir die beeindruckende Bauweise dieser steinernen Rundbauten und erhalten einen Einblick in die traditionelle Käseherstellung. Nach ausdauerndem Rühren und einigen gekonnten Handgriffen können wir unter Nikos’ Anleitung schließlich den selbst hergestellten Frischkäse kosten.
Auf dem Weg zur Nida-Hochebene halten wir an der bedeutenden Ausgrabungsstätte Zominthos – hoch in den Bergen gelegen und seit Juli 2025 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt. In Zominthos erhalten wir faszinierende Einblicke in das Leben und die Baukunst der Bronzezeit, während sich vor unseren Augen Landschaft und Kulturgeschichte zu einem eindrucksvollen Bild der frühen kretischen Zivilisation verbinden. Daneben besuchen wir die Mitata der Hirten – jene traditionellen Berghütten, in denen teilweise bis heute Käse hergestellt und die umliegenden Weiden bewirtschaftet werden.
Schließlich erreichen wir die Nida-Hochebene mit der sagenumwobenen Höhle Ideon Andron, jener uralten Stätte, die in der kretischen Mythologie als Kinderstube des Zeus gilt – ein Ort, an dem die Kureten, die sagenhaften Wächter des neugeborenen Zeus und späteren Göttervaters, vor seinem Vater Kronos beschützt haben sollen. Die Ebene gehört zum Psiloritis UNESCO Global Geopark, der die geologischen, biologischen und kulturellen Schätze dieser Region bewahrt. Auf der weiten, von fruchtbaren Bergwiesen geprägten Hochebene eröffnet sich ein Panorama, das gleichermaßen die Magie der Mythologie und die majestätische Schönheit der kretischen Bergwelt spürbar macht.
Es klappert die Mühle am rauschenden Bach…
Im grünen Hinterland von Rethymno erwartet uns an diesem Tag ein besonderes Naturerlebnis: eine kurzweilige Wanderung durch das wasserreiche Tal der Mühlen. Auf einem gut begehbaren Pfad folgen wir dem Verlauf der Myli-Schlucht – einem wahren botanischen Garten unter freiem Himmel. Die üppige Vegetation aus Platanen, Oleander, Farnen und Wildkräutern spendet angenehmen Schatten, während uns das sanfte Plätschern des Wassers auf unserem Weg begleitet.
Inmitten dieser verwunschenen Landschaft entdecken wir die Reste von rund dreißig verlassenen Wassermühlen, die einst das Zentrum der regionalen Getreideverarbeitung bildeten. Die ehemaligen Dörfer Ano und Kato Myli, die sich malerisch an die Hänge der Schlucht schmiegen, erzählen von vergangenen Zeiten, als das Mühlrad Dreh- und Angelpunkt des täglichen Lebens war. Heute ist die Schlucht ein Rückzugsort für Pflanzen, Vögel und Wanderer – ein lebendiges Zeugnis kretischer Geschichte und Natur.
Wir lassen uns eine ganze Weile von der märchenhaften Atmosphäre einfangen, bevor wir uns in einer der kleinen Gassen der Altstadt von Rethymno zu einem kulinarischen Ausflug in die Welt der Mezedes einfinden. Ausgiebig genießen wir im RakiBaraki die unterschiedlichen Aromen und Geschmacksnuancen der vielen kleinen Köstlichkeiten, bevor wir die erste Woche unserer Reise mit einem freien Nachmittag entspannt ausklingen lassen.
Silberne Stadt & sprudelnde Quellen
Unsere reizvolle Nord-Süd-Fahrt am Transfertag Richtung Polyrizos führt uns in eine der wasserreichsten Regionen Kretas. Im Tal von Argyroupoli entspringen unter turmhohen Platanen kräftig sprudelnde Quellen, während zahlreiche kleine Wasserfälle die Felsen hinabstürzen und eine wohltuende Frische ausstrahlen.
Etwas außerhalb liegt die antike Nekropole, die wir über einen kleinen Fußweg erreichen. Rund um die kleine Kirche der Fünf Jungfrauen befinden sich Dutzende, teils geräumige, teils labyrinthisch verschachtelte, in den Kalkstein gehauene Gräber. Unterhalb der Kirche entspringt neben einer weit ausladenden, uralten Platane eine eingefasste Quelle, die die zeitlose Verbindung von Natur und Geschichte spürbar macht. Wir verweilen in der frischen Umgebung unter dem majestätischen Baum und lauschen, an seinen Stamm gelehnt, den Geschichten längst vergangener Tage.
Die Ortsanlage von Argyroupoli geht auf die antike Siedlung Lappa zurück, von der noch Reste im heutigen Ortskern erhalten sind. In venezianischer Zeit erlangte der Ort erneut Bedeutung, wie die stattlichen Herrenhäuser belegen. Ein kleiner Rundgang führt uns vorbei an prunkvollen Torbögen, der Panagia-Kirche und der Agia-Paraskevi-Kirche bis zum römischen Mosaikboden des antiken Bades. Vom hinteren Ortsrand aus eröffnet sich ein weiter Blick zurück ins Hinterland von Rethymno – ein stiller Moment, um die bisherigen Erlebnisse Revue passieren zu lassen.
Argyroupoli ist zudem für den Anbau von Avocados bekannt – ein weiteres Stück lebendiger kretischer Kultur, das wir bei unserem Aufenthalt erleben und je nach Geschmack auch kosten können.
Anschließend setzen wir unsere Reise fort und fahren durch die beeindruckende Kotsifou-Schlucht hinab an die Südküste nach Polyrizos.
Unser Ausflug führt uns in eine wasserreiche Landschaft durch die imposante Kourtaliotiko-Schlucht, deren steil aufragende Felswände und immergrüne Vegetation uns eindrucksvoll auf das Klosterensemble von Preveli einstimmen. Wir nehmen uns Zeit, zu den rauschenden Wasserfällen hinabzusteigen, die in kleinen Kaskaden die Felsen hinabstürzen und der Schlucht eine erfrischende, lebendige Energie verleihen.
Dem Verlauf des Megalopotamos, des „Großen Flusses“, folgend, erreichen wir zunächst die venezianische Brücke und legen eine kurze Kaffeepause ein, um kurz darauf das jüngst aufwendig restaurierte Kloster Kato Preveli zu besuchen, das malerisch am Rand des fruchtbaren Flusstals liegt. Die spitz zulaufenden Kamine, die ruhige Atmosphäre und der Blick hinüber in die grüne Schlucht verleihen diesem ehemaligen Nebenkloster eine besondere, fast meditative Ausstrahlung.
Nur wenige Kilometer weiter, hoch über der Küste auf einem Felssporn, empfängt uns das historische Kloster Piso Preveli, das Hauptkloster der Region. Die terrassenförmig angelegte Anlage eröffnet einen weiten Blick über die verkarsteten Steilhänge bis hinunter zum Libyschen Meer. Am restaurierten Quellbrunnen im Innenhof entdecken wir den altorthodoxen Sinnspruch Niyon Anomimata Mi Monan Oyin – „Reinige deine Seele und nicht nur dein Äußeres“ – ein kunstvolles Palindrom, das sich vorwärts wie rückwärts lesen lässt.
Wir setzen unseren Weg fort und steigen über steinerne Stufen hinab zum Palmenstrand von Preveli. Die flaschengrüne Lagune an der Mündung des Megalopotamos, dessen Quellen wir zuvor in der Kourtaliotiko-Schlucht besucht haben, ist umgeben von üppiger, fast dschungelartiger Vegetation aus kretischen Dattelpalmen, Eukalyptus, Mastix und Oleander. Hier entfaltet ein einzigartiger Naturraum seine beeindruckende Schönheit – ein Ort, der gleichermaßen zum Staunen wie zum Verweilen einlädt. Wir genießen die Zeit und wandern unter Palmen ein Stück entlang der Lagune.
Unser Seminarprogramm
Inspiriert von der Vielfalt der Tänze ganz Griechenlands lassen wir uns in unseren Seminareinheiten insbesondere von der Tanztradition Kretas leiten, drückt sie doch bis heute das Lebensgefühl der Kreter aus. Die mystischen Klänge der Insel spiegeln die tief verwurzelte Identität eines heimatverbundenen Volkes wider.
Unser Fokus liegt auf den musikalischen und tänzerischen Besonderheiten des Bezirks Rethymno. Hier, wo sich alles fließend miteinander verbindet, wo die Laute den sprudelnden, spielerischen Fluss des Wassers imitiert, entfaltet sich eine ganz eigene Klangwelt. Jeder Tanz, jeder Schritt erzählt uns seine ganz eigene Geschichte und lässt uns die lebendige Tradition in ihrem kulturhistorischen Kontext ganzheitlich erleben.
Unsere Seminareinheiten finden stets im Freien statt, rund um einen ausladenden und schattenspendenden Olivenbaum. So tanzen wir beispielsweise Anoghianos Pidihtos, den Tanz der Kureten aus der Zeushöhle Ideon Andron, Mikro Mikraki und Koutsambadianos aus dem Amari-Becken sowie viele andere Tänze der Region Rethymno und der angrenzenden Inseln. Auf diese Weise verschmelzen die Eindrücke unseres vielfältigen Natur- und Kulturprogramms mit Musik und Tanz .
Als Höhepunkt kommen wir schließlich in den besonderen Genuss, zu kretischer Live-Musik mit den Brüdern Eftychis Kostakis an der kretischen Lyra und Nektarios Kostakis an der kretischen Laute zu tanzen.
Und so klingt diese Reise in uns weiter – als lebendiges Bild aus Landschaften, Begegnungen und Geschichten zwischen Berg und Meer, zwischen Licht und Schatten, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ein buntes Mosaik, das sich aus Kretas Klang, Farbe und Stille speist und sich in der Erinnerung immer wieder neu zusammensetzt.
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